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Bocha de Buenos Aires

Isabel

Occupation
Location
February 01

Bienvenidos a Buenos Aires

Ich bin jetzt seit zwei Wochen in Buenos Aires und für alle die es noch nicht wissen: Mir geht es ausgezeichnet!
 
Die Stadt ist auf jeden Fall faszinierend! Es gibt so viele unterschiedliche Gegenden und alle haben auf ihre Weise etwas zu bieten. Insgesamt hat die Stadt zwar 13 Millionen Einwohner aber das kulturelle Leben ballt sich hauptsächlich in ein paar zentral gelegenen Vierteln, über die man sich einen relativ guten Überblick verschaffen kann. Diese Gegend ist auch die sicherste von Buenos Aires. Je weiter man nach außen fährt, umso niedriger wird der Lebensstandard und umso höher die Kriminalität. Da sollte man sich wenn überhaupt bei Tageslicht und in Begleitung blicken lassen. In der Innenstadt und den angrenzenden Wohnvierteln kann man sich aber absolut frei bewegen. Nur Taschendiebe gibt es überall wie Sand am Meer. Deshalb muss die Kamera auch meistens zu Hause bleiben.
Am ersten Wochenende hat mir der liebe Jürgen, ein Kommolitone aus Kufstein, eine kleine Stadtführung gegeben. Da haben wir ein paar Sehenswürdigkeiten abgeklappert und sind über einen Markt in San Telmo spaziert. Sonntags ist die Stadt allerdings wie ausgestorben. Die meisten Argentinier fahren dann wohl aufs Land. Die Straßen sind leer und auch die meisten Läden haben zu. Nur auf den Märkten ist natürlich was los. Da zur Zeit allerdings auch Schulferien sind, ist die Stadt wohl insgesamt um einiges ruhiger als im Winter (also bei euch Sommer).
 
Nun zu meiner Unterkunft: Ich wohne in einem Hostel in Palermo mit ein paar anderen Sprachstudenten zusammen. Es gibt 5 Schlafräume und momentan wohnen noch 4 andere Studenten hier (wobei das andauernd wechselt): Isabell aus Berlin, Marcel aus Zürich, Sabrina aus Chicago und eine ziemlich laute Engländerin. Mein Zimmer ist relativ groß und schön eingerichtet. Insgesamt hat die Einrichtung im Hostel einen sehr individuellen und gemütlichen Stil. Das Highlight ist unsere Dachterrasse, die zwar eher sperrlich aussieht aber in dieser Stadt ein rares Gut darstellt. Vormittags dient sie zum Sonnenbad und Abends für Barbecues und gemütliches Beisammensein.
Für die Atmosphäre im Hostel sorgen unsere 4 äußerst "gechillten" Vermieter. Es sind 4 Brüder (Emilio, Nacho, Nico und Matias), die das Haus wohl von ihren Eltern geerbt haben und jetzt ihr Geld damit verdienen. Ihre eigentlichen Berufe sind allerdings Musiker oder Künstler (wie eigentlich bei jedem, dem man hier so trifft). Wie sie davon leben können ist mir noch nicht so ganz klar aber sie machen tatsächlich den ganzen Tag nichts anderes als Singen, Gitarre spielen, irgendetwas Basteln oder einfach Nichts, gehören aber mit Sicherheit zu den besser Situierten in Buenos Aires. Die meiste Zeit sind auch irgendwelche Freunde oder Bandmitglieder hier, was uns einige musikalische Stunden und gemütliche Abende beschert. Und das Beste daran ist natürlich, dass wir jeden Tag mit Argentiniern zusammen sind und fleißig Spanisch sprechen können. Wobei mir das doch noch ein paar Problemchen bereitet. Wenn sich jemand direkt mit mir unterhält und einigermaßen deutlich spricht ist es eigentlich kein Problem aber wenn sie dann untereinander loslegen im Slang zu reden, muss ich meistens Aussetzen. Aber das wird bestimmt bald, bald, bald...
 
Unter der Woche habe ich jeden Tag von 2 bis 6 Uhr Spanischunterricht. Von der Sprachschule bin ich bisher noch nicht so begeistert. Das Niveau der Lehrer kann man einfach nicht mit dem, der spanischen Lehrer in Valencia vergleichen. Die meiste Zeit wird leider nur Grammatik gemacht und das Sprechen ziemlich vernachlässigt. Die Lehrer wechseln allerdings alle 2 Wochen und vielleicht erwisch ich ja beim nächsten Mal einen besseren. Ansonten muss ich eben in der Freizeit möglichst viel mit Argentiniern unternehmen und fleißg Konversation betreiben.
 
Die Uhren ticken in Buenos Aires nochmal später als im Süden Europas. Um 10 Uhr Abends erwacht die Stadt eigentlich erst richtig zum Leben. Dann wird Abend gegessen und anschließend etwas trinken gegangen. Mein Viertel zählt zu den Ausgehvierteln in Buenos Aires. An Jeder Ecke findet man Bars und überall sind Leute auf der Straße. Zu Abend gegessen wird normalerweise erst um 10 oder 11. Die Clubs öffnen dann erst um 2 Uhr morgens und füllen sich so um 3. Daran muss man sich erstmal gewöhnen! Selbst wenn man es sich vornimmt auszugehen, ist man dann meistens so müde, dass man doch lieber ins Bett geht. Bisher hab ich es zweimal geschafft noch richtig weg zugehen aber das war zweimal ein ziemlicher Reinfall. Die Argentinier scheinen nicht so auf Clubs zu stehen, dafür trifft man dann die halbe Sprachschule und andere Ausländer wieder. Dann wird natürlich wieder nur englisch gesprochen und vom argentinischen Flair ist nichts zu spüren. Die Bar-Kultur scheint dagegen sehr stark betrieben zu werden. Obwohl es unzählige gibt, sind die meisten rappelvoll und man findet kaum einen Platz. Mit unserer hauseigenen Band brauchen wir uns um die Abendunterhaltung aber sowieso keine Sorgen machen Animoticon
 
Letzten Samstag haben wir einen Tagesausflug zum Elternhaus unserer Vermieter in Bella Vista gemacht, das mittlerweile einer der Brüder bewohnt. Ein wunderschönes Haus mit idyllischem Garten und großem Pool. Dort wurde dann natürlich wieder gegrillt und fleißig musiziert und in der Sonne gebruzelt. Bei nächster Gelegenheit werde ich die Fotos online stellen. Auf der Fahrt dorthin sind wir allerdings auch an weniger schönen Gegenden vorbei gefahren. Die Armut liegt wirklich direkt vor der Tür. In der Provinz von Buenos Aires reiht sich ein Armutsviertel an das nächste. Dort sind dann wirklich nur noch notdürftige Blech- oder Holzhütten zu finden und jede Menge Fußballfelder.
 
So jetzt hab ich mal alles geschrieben, was mir grad eingefallen ist. Wer weiß, wann ich wieder dazu komme...
 
Viele Grüße!
June 11

Roadtrips

Nachdem meine Zeit in Seoul nun so langsam dem Ende zu geht, konnte ich mich endlich dazu aufraffen und mal etwas das Land erkunden.
 
Vor zwei Wochen ging es erstmal nach Yeosu, eine Halbinsel an der Südküste. Dort hab ich den Max und seine Freundin Sarah getroffen und wir haben uns ein entspanntes Wochenende am Strand gemacht. Auch wenn es sehr angenehm war, endlich mal wieder aus der Großstadt rauszukommen und einfach nur zu relaxen, war ich nicht so begeistert von der Landschaft. Ich bin mit dem Zug quer durch Korea gefahren und von dem Land der grünen Berge konnte ich nicht viel sehen. Es haben sich hauptsächlich graue Betonstädte, Müllberge und Reisfelder aneinander gereiht. Trotzdem war ich froh, das mal gesehen zu haben.
 
Dieses Wochenende hatte ich ein Auto zur Verfügung und bin mit Ben, Sarah und unserem Mitstudenten und Chaffeur Martin (er hat als einziger von uns einen internationalen Führerschein...) an die Ostküste in den Nationalpark Seoraksan gefahren. Das war ein Unterschied wie Tag und Nacht. Wir sind hauptsächliche kleine Landstraßen langgefahren und hatten einen wunderschönen Ausblick - auf die "puffigen" grünen Berglandschaften, Flussläufe und Reisfelder.
Als wir in Seoraksan ankamen ist dann leider das Wetter gekippt. Es war so bewölkt und windig, dass wir die "Wanderung" auf den nächsten Tag verschoben haben und uns erstmal gemütlich in ein Strandcafé gesetzt und die Aussicht aufs Meer genossen haben. Irgendwann ist es unserem österreichischen Klettermartin aber zu bunt geworden und er hat uns doch noch zu einer kleinen Wanderung motivieren können. Die war dann auch sehr schön und erfrischend, an einem kleinen Wasserfall entlang, und wir waren froh, dass wir der österreichischen Tugend nicht getrotzt haben.
Am nächsten Tag gings dann wirklich hoch auf den Gipfel. Das erste Stück mit der Seilbahn und das zweite "wandern". Das "wandern" hat sich dann allerdings als ein 30 minütiges Treppensteigen herausgestellt. Dann waren wir auch schon bei den hundert anderen "Gipfelbesteigern" auf der Bergkuppe angekommen. Dort haben wir uns dann erstmal portraitieren lassen und mit lautem Applaus eine Medaille überreicht bekommen. Nein, kleiner Scherz, aber so war es wohl gedacht. In jedem Fall hat es eher an eine Souvenirplattform mit schöner Aussicht als an einen Berggipfel erinnert. Obwohl der Gipfel gar nicht ungefährlich war und auch null gesichert, konnten wir uns nur darüber wundern wieviele Kinder da oben rumturnten. Die Aussicht war jedenfalls super und wir konnten ein paar schöne Fotos machen. Danach gings nochmal ab zum Strand, uns den Wind um die Ohren wehen lassen. Vom Klima her war es schon viel rauer als unten im Süden, und auch das Meer musste diesmal auf mein Bad verzichten. Schönes Nordsee Klima eben.
Alles in allem war es ein wirklich gelungenes Wochenende und wir können jetzt frisch und frei in unsere letzte Woche starten.
 
Nächsten Dienstag habe ich meine letzte Klausur und danach mach ich mich direkt mit der Jenny auf nach Tokyo für 4 Tage. Das wird sicher ein absolutes Highlight. Wir sind schon sehr gespannt und freuen uns auf Sushi...
 
Hoffe euch geht es auch allen gut!
Viele liebe Grüße
 
 
June 01

Lang lang ist's her

... dass ich mich gemeldet habe. Die Schreibfaulheit hat mich leider gänzlich eingenommen.
 
Und dann ging auch noch meine Kamera kaputt...
 
Dafür habe ich jetzt keine Ängste und Mühen gescheut und ein paar Bilder von meinen Kollegen zusammen gesucht.
 
Viel Spaß!
April 18

1 week in paradise and back

 
Nachdem ich meine ersten beiden Klausuren (Koreanisch und Bowling) nun hinter mich gebracht habe, hab ich endlich Zeit, von meinem Trip nach Malaysia zu erzählen.
 
Los gings am Dienstag Abend, den 3.4. Wie immer, mit einiger Verspätung, weil mal wieder ein Passagier seine Koffer eingecheckt hatte und dann nicht erschienen ist. Also das übliche Prozedere, 15 Minuten warten, dann 30 Minuten den Gepäckraum nach dem Koffer durchsuchen, ausladen und schon kanns mit 1 Stunde Verspätung losgehen. Jedenfalls bin ich dann Nachts um halb 2 in Kuala Lumpur im Hotel bei meinem Vater angekommen und wurde direkt an die Bar verfrachtet, wo mir Cornelia und Wolfgang, Frau und Herr BMW Malaysia, erstmal ein paar malaysische Lebensweisheiten mit auf den Weg gegeben haben. Die weitgehend daraus bestanden, nicht alleine Taxi zu fahren, viel einzukaufen weil es so billig ist und viel zu essen weil es doch nichts besseres auf Erden gibt.
Wir haben uns dann allerdings nach 2 Bier abgeseilt, bevor das nächste Festmal anstand, da für den nächsten Tag eine Urwaldwanderung geplant war. Dafür sind wir ca. eine halbe Stunde aus KL raus gefahren und schon standen wir im dichtesten Urwald. Der wurde zwar vor 80 Jahren von den Engländern künstlich angelegt aber hat sich mitlerweile zu einem echten Dschungel entwickelt. Die Temperatur war dort drinnen zwar etwas kühler, wahrscheinlich um die 30 Grad, aber die Luftfeuchtigkeit hat sich richtig gestaut, sodass man nach dem ersten Anstieg schon ziemlich nass war. Generell war in der Hitze langsames Bewegen angesagt und ab und zu laut aufstampfen um die Schlangen zu vertreiben, wie uns unser Urwaldführer(ein ausgewanderter Deutscher übrigens) so nebenbei nahelegte. Sehr spannend war auch die Geräuschkulisse. Es ist richtig laut da drinnen. Der Hauptlärm, ein metallisches Sägen, kommt von den Zikaden, aber auch sonst sind allerlei Viecher um uns rumgeschwirrt und gekrabbelt. Aber am beeindruckensten ist natürlich die Vegetation. Vorallem die Ausmaße der Pflanzen. Riesige Palmen und Blätter wohin man schaut. Das kommt auf den Fotos leider nicht richtig rüber. Das Highlight der Tour war auf jeden Fall der Canopy Walk. Erinnert an einen Hochseilgarten, nur die Konstruktion sah für mich weniger Vertrauens erweckend aus. Das Tolle ist, dass man wirklich ganz oben (30m überm Boden) zwischen den höchsten Baumkronen umherspaziert und 10m unter sich die Palmen sieht, und sich selbst so winzig in Mitten dieses Naturschauspiels vorkommt. Von oben hat man dann auch eine super Aussicht auf KL und die ganze Umgebung.
Nach diesen "Strapazen" hab ich es dann erstmal ruhiger angehen lassen und die nächsten 2 Tage am Pool, in Shopping Centern und in Massage-Beauty-Salons verbracht weil das dort so billig ist. Am Donnerstag sind wir dann nach Sepang umgezogen, in die Nähe der Rennstrecke. Das ist mit dem Auto ca. 45 min von KL entfernt. Bis Sonntag waren wir also die meiste Zeit an der Strecke. Freitag Abend war noch ein Gala Dinner mit anschließendem Konzert von Earth Wind and Fire, den Jungspunden, angesagt. Das Dinner war, dank der äußerst schlechten Vorstellung eines australischen Zauberers, ziemlich lahm. Das Konzert ganz ok. Ich kannte zwar kein einziges Lied und die eigentlichen Bandmitglieder schienen auch etwas unter ihrem Alter zu leiden, aber sie hatten ein paar erstklassige Musiker dabei. Nachdem der Premierminister in seiner Loge aber schon nach 10min eingeschlafen ist (ganz nach asiatischer Manier), haben wir es dann auch gewagt uns recht bald aus dem Staub zu machen. Alles in allem wars ein recht interessanter Abend, einfach mal zu sehen, wie die Malayen dinnieren und feiern, und vorallem wie prunkvoll sich die Damen kleiden.
Sonntag Abend nach dem Rennen, sind wir dann nach Langkawi geflogen. Langkawi ist eine Inselgruppe vor der Westküste Malaysias direkt an der Grenze zu Thailand. Die Hauptinsel ist ein sehr beliebtes Urlaubsziel, vorallem von Deutschen und Engländern. Es gibt einige wunderschöne, prunkvolle und idyllische Hotelanlagen mit erstklassigem Service und natürlich günstigen Preisen. Am ersten Tag war nur Relaxen am Hotel angesagt und abends ein bißchen Bummeln durch diverse Elektronikläden. Die Insel wirbt nämlich groß mit ihrem Duty free Shopping Angebot, aber an den Preisen hat man das leider nicht gemerkt. Am zweiten Tag haben wir uns dann ein Auto geliehen und sind die ganze Insel samt Hotspots abgefahren. Wasserfälle, Aussichtspunkte und ein bisschen Urwald. Aber am beeindruckensten waren einfach die Hotelanlagen im Norden der Insel mit ihren paradiesischen weißen Sandstränden und architektonischen Meisterleistungen. Die waren teilweise ganz versteckt in den Urwald eingebaut. Sehr witzig war dort auch das Zusammenleben von Affe und Mensch zu beobachten. Vorallem wenn in den Zimmern Nüsse rumstehen, bleibt man wohl nicht lang alleine... Abends sind wir zu einem thailändischen Restaurant gefahren, das mitten in eine Art Urwald-Sumpf gebaut wurde. Der Sumpf war zwar ausgetrocknet, da gerade Trockenzeit ist, aber hat trotzdem ein sehenswertes Naturschauspiel offenbart, weil nun die riesigen Wurzeln der Bäume meterhoch aus der Erde ragten. Eigentlich der perfekte Ort für einen Fantasy Film! Wenn wir tagsüber nicht schon da gewesen wären, hätte ich das ganze schon etwas gruselig gefunden. Das Essen war wie immer super, nur die Moskitos hatte ich etwas unterschätzt, wie sich am nächsten Tag rausstellte... Den letzten Abend haben wir dann noch mit einer Flasche Rotwein auf unserer Terrasse genossen und am nächsten Tag wurde schon wieder die Heimreise angetreten. Allerdings nicht ohne vorher nochmal unsere Segelfähigkeiten unter Beweis zu stellen (wie lange war der Segelkurs nochmal her???), einen letzten Cocktail an der Poolbar mit der grandiosen Aussicht zu genießen und dann schweren Mutes Abschied von diesem Traum im Paradies zu nehmen.
 
In Seoul wurde ich standardgemäß mit Regen, 10 Meter Sichtweite und 8 Grad empfangen und auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Aber es wird ein unvergesslicher Urlaub bleiben... Danke nochmal, Papa!
 
Bis bald
 
Isi
April 12

Back to normal

Hallo zusammen!
 
Ich bin heut gut erholt aus Malaysia zurück gekommen. Fotos sind schon online. Den Reisebericht muss ich allerdings auf morgen verschieben, da ich mich jetzt erstmal den lästigen Seiten des Studentenleben widmen muss. Am Montag steht nämlich die erste Klausur an. Freude!
 
Liebe Grüße an den Rest der Welt